Reinkarnation

Aus Magie und Parawissenschaften

Wechseln zu: Navigation, Suche

Reinkarnation, Seelenwanderung[1], Metempsychose[2], Palingenesie[3] bezeichnet die Vorstellung, daß ein Mensch aus Körper und Seele besteht und daß die Seele nach dem Tod den Körper verläßt und später mit einem anderen Körper eine Verbindung eingehen kann.

Inhaltsverzeichnis

Erforschung der Reinkarnation anhand von spontanen Erinnerungen von Kindern

Mehrere Wissenschaftler haben zu spontanen Erinnerungen von Kindern an ihre früheren Leben geforscht. In seinem Buch "Reinkarnation in Europa" führt Ian Stevenson acht Erfahrungsberichte aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts von Kindern auf, die behaupten, sich an frühere Leben zu erinnern[S1 1]. Fälle aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute, die in vielen verschiedenen Ländern stattfanden, untersuchten er[S 1][S1 2][S2 1], Erlendur Haraldsson[H 1][H 2], Satwant Pasricha[4] und ihre Helfer ausführlich. 2004 waren bereits meht als 2500 Fälle untersucht worden[S3 1].

Einige Eigenarten der erinnerten Leben sind für alle bisher untersuchen Länder und Kulturen fast gleich, andere variieren in Abhängigkeit von der untersuchten Kultur.[5]

Bei Reinkarnationsfällen aus derselben Kultur und im selben Land, bleiben die Häufigkeiten der Eigenarten der Reinkarnationsfälle meist über lange Zeit stabil. Das wurde für je zwei Fallserien in Indien, der Türkei und den Drusen im Libanon nachgewiesen, die ein bis zwei Generationen auseinanderlagen.[S3 2][S3 1]

Stevenson ist der Ansicht, Anzeichen gefunden zu haben, daß in den stärkeren Fällen paranormale Vorgänge im Spiel sind, sich die Beobachtungen nicht durch normale Mittel der Kommunikation erklären lassen und daß Reinkarnation eine plausible, aber nicht die einzig mögliche Deutung ist.[S1 3]

Eigenarten der erinnerten Leben

Die Erinnerungen liegen nur kurze Zeit zurück und spielen in einem gewöhnlichem Umfeld

Die meisten dieser spontanen Erinnerungen beziehen sich auf ein nur kurze Zeit zurückliegendes Leben in einem gewöhnlichem Umfeld.[S3 3]

Auffällig häufig: Gewaltsamer Tod

Zu den Eigenarten, die in allen bisher untersuchten Kulturen vorhanden sind, gehört, daß diese erinnerten früheren Leben auffällig häufig durch einen gewaltsamen Tod endeten und die Art jenes Todes wird von der Hauptperson relativ häufig erwähnt[S1 4][5][S3 1]. Die Art der gewaltsamen Todesfälle wird dabei durch die Situation in den jeweiligen Ländern beeinflußt[5].

Bei einer Vergleichsstudie zwischen je 45 Fällen von Reinkarnationserinnerungen aus zwei verschiedenenen Generationen, kam folgendes heraus: Von 45 Fällen, die Ian Stevenson zwischen 1964 und 1976 untersucht hatte, war bei 40 die Todesursache im vorhergehenden Leben bekannt, nur 7 hiervon waren eines natürlichen Todes gestorben. Von 45 Fällen, die Jürgen Keil zwischen 1988 und 1999 untersucht hatte, war bei 41 die Todesursache im vorhergehenden Leben bekannt, nur 6 hiervon waren eines natürlichen Todes gestorben. Alle anderen Todesfälle - etwa 84% - waren gewaltsame Tode. Von den 33 von Ian Stevenson untersuchten gewaltsamen Toden waren 18 auf Mord oder Totschlag zurückzuführen. Unter den 35 gewaltsamen Toden, die eine Generation später durch Jürgen Keil untersucht worden waren, waren viele Verkehrsunfälle, während nur 10 auf Mord oder Totschlag zurückgingen.[5]

Bezug zu diesem Leben

Die Häufigkeit der Fälle ist Kulturabhängig, ebenso wie hoch der Anteil an gelösten Fällen ist

Eine Umfrage in einem Distrikt in Nordindien in den 70ger Jahre ergab, daß sich unter 500 Personen eine Person an frühere Leben erinnert. Im Libanon und bei den Stämmen norwesten Nordamerikas liegt die Zahl derartiger Fälle wahrscheinlich höher.[S2 2] Stevenson schrieb in seinem 2003 erstveröffentlichtem[S1 5] Buch, daß europäische Reinkarnationsfälle schwerer zu finden seien, als in asiatische Fälle. Ob sie seltener sind oder nur seltener berichtet werden, ist unklar. Beides ist eine mögliche Interpretation.[S1 4]

Viele der Kinder haben genug Details über ihr vergangenes Leben geliefert, daß man ein vor ihrem Tod gestorbene Person identifizieren konnte, die zu diesen Aussagen paßte. Diese Fälle werden von einschlägigen Autoren als gelöste Fälle bezeichnet. In anderen Fällen erbrachte auch eine sorgfältige Recherche keinen Hinweis auf eine Person, zu der diese Erinnerung passen könnte.[S3 2] [6]

Stevenson verglich Reinkarnationserinnerungen einer größeren Zahl indischer Kinder mit 79 Fällen aus Amerika. Nur wenige Kinder aus Amerika machten Aussagen über ihr früheres Leben, die genug Einzelheiten enthielten, um sich bestätigen zu lassen. Wenn das vorkam, handelte es sich um Personen aus der eigenen Familie. Indische Kinder machen dagegen auch oft bestätigbare Aussagen über ein vorhergehendes Leben in einer anderen Familie oder in einer anderen Gemeinde.[S3 3]

Alter in dem die Erinnerungen präsent sind

Das Alter, in dem die betroffenen Kinder zuerst über ihr früheres Leben sprachen, unterscheidet sich zwischen den Kulturen kaum.[S3 3][S1 4]

Die Kinder sprechen meist im Alter von 2-5 Jahren zum ersten mal über seine früheren Leben und vergessen ihre Erinnerungen meist im Alter von zwischen fünf und acht Jahren.[S3 1].

Ungewöhnliches, erwachsenes Verhalten

Die Hauptpersonen zeigen in allen Ländern relativ oft ein Verhalten, das in ihrem augenblicklichen familiären Umfeld ungewöhnlich ist und ihren Aussagen über das frühere Leben entspricht[S1 4][S3 3].

Phobien

Häufig treten Phobien auf, die mit der Todesursache im vorherigen Leben zusammenhängen. So hatten von 47 Kindern, die laut ihren Erinnerungen im vorhergehenden Leben ertranken, 30 (64%) Angst davor ins Wasser getaucht zu werden, in einem Ausmaß, das man als Phobie bezeichnen kann.[S3 2]

Muttermale, Mißbildungen und Krankheiten, die Verletzungen und Eigenarten aus früheren Leben entsprechen

Etwa 35% der Kinder mit Erinnerungen an frühere Leben haben Muttermale oder Mißbildungen, von denen die Mehrheit eine Übereinstimmung mit Verletzungen oder Krankheiten der verstorbenen Person korrespondiert. In mehr als 40 Fällen wurden die Übereinstimmungen auch durch medizinische Dokumente bestätigt.[S3 1]

Kulturabhängig: Die Häufigkeit der Geschlechtswechsel

Wie häufig sich Kinder daran erinnern, im vorhergehenden Leben dem anderen Geschlecht angehört zu haben, ist je nach Kultur sehr unterschiedlich[5][S3 1].

In Myanmar (früher Burma) erinnern sich 26% der untersuchten Kinder daran, in einem vorhergehenden Leben dem anderen Geschlecht angehört zu haben. Ebenfalls häufig sind Erinnerungen an Geschlechtswechsel in Nigeria und Thailand, dagegen kommt das nur bei 3% der indischen Fälle vor. Im Libanon und bei den Stämmen von Nordwest-Nordamerika sind keine Fälle von Geschlechtswechsel bekannt[S3 1].

Psychologie

Dreißig Kinder mit Erinnerungen an frühere Leben aus dem Libanon wurden mit 30 anderen Kindern auf Eigenarten wie Fantasie, Beeinflußbarkeit, Neigung zum Tagträumen, soziale Isolation auch Streben nach Aufmerksamkeit untersucht. Die Kinder, mit Erinnerungen an frühere Leben hatten höhere Werte für Tagträumen, Suche nach Aufmerksamkeit und Dissoziation. Sie hatten jedoch keine höheren Werte für soziale Isolation und Beeinflußbarkeit. Die dissoziativen Eigenarten waren wesentlich geringer als bei Fällen von multipler Persönlichkeitsstörung und traten nicht in krankaftem Ausmaß auf. Es gab einige Symptome von Posttraumatischer Belastungsstörung. Achtzig Prozent der untersuchten Kinder mit Erinnerungen an frühere Leben erinnerten sich an einen gewaltsamen Tod.[H 1]

Erforschung der Reinkarnation mittels hypnotischen Rückführungen

Bei Rückführungen treten nur selten Fälle auf, die ungewöhnliche Elemente wie Xenoglossie enthalten und es ist - da die erinnerten Leben oft weit zurückliegen - kaum möglich einzelne Erlebnisse historisch zu verifizieren.[S3 1]

Helen Stewart Wambach erforschte die Reinkarnation mit Hilfe von hypnotischen Rückführungen. Sie machte mit jeder Person innerhalb eines Tages drei Rückführungen, bei der ersten und zweiten durfte sie aus jeweils fünf Perioden auswählen, bei der dritten wurde die Person aufgefordert, sich unter mehreren Orten einen auszuwählen[W 1]. Im Laufe der drei Rückführungen fragte sie nach grundlegenden Fakten wie dem heutigen Namen des Ortes und der Lage des Ortes, wo sie wohnten[W 2], Hautfarbe, Haarfarbe, ob die Personen krauses oder glattes Haar hatten[W 3], nach Nahrungsmittel und Eßwerkzeugen[W 4], danach wo und was eingekauft wurde und womit bezahlt wurde[W 5], danach, was sie arbeiteten, spielten und wie die Beziehungen zum anderen Geschlecht aussahen[W 6], nach Bekleidung, Baukunst und Klima[W 7]. Außerdem fragte sie nach dem Datum des Todes, nach Todesursache und Alter zum Zeitpunkt des Todes, nach den Todeserfahrungen[W 8].

Die so erhaltenen Daten stimmten sowohl einzeln als auch in der Gesamtheit betrachtet, erstaunlich mit den Ergebnissen der historischen Forschung überein. In den 1088 ausgewerteten Fragebögen traten nur 11 Unstimmigkeiten auf. Wenn die Beobachtungen aus den früheren Leben im Widerspruch zum bewußten Wissen der Person über diese Epoche sanden, waren die Erinnerungen zutreffend und der Fehler lag in ihrer historischen Bildung.[W 9].

Statistisch entsprachen die Leben ungefähr der zu erwartenden Häufigkeit. Niemand war eine historisch bekannte Person gewesen[W 10]. Während zur ersten Stichprobe heute 78% Frauen und zur zweiten 55% und 45% Männer zählten, entsprach für ihre Reinkarnationserinnerungen die Häufigkeit von früheren Leben als Männer (50,9% und 50.3%) und Frauen (49,7 und 49,1%) etwa der statistischen Häufigkeit der Geschlechter[W 11]. 3-7% der Fälle der Oberschicht der Bevölkerung an, 20-34% der Mittelschicht und 59-77% der Unterschicht[W 12]. Die Bekleidung war meist sehr einfach und entsprach, wenn sie aus historischen Abbildungen bekannt war, jeweils dem damals für die betreffende Schicht dort Üblichem[W 13].


Siehe auch

Quellen

  1. Stichwort: Seelenwanderung (Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904)
  2. Stichwort: Metempsychose (Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904)
  3. Stichwort: Palingenesie (Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904)
  4. Satwant Pasricha: Claims of Reincarnation: An Empirical Study of Cases in India. (1990) New Delhi: Harman Publishing House. ISBN 818515127X.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Jürgen Keil, Ian Stevenson: Do Cases of the Reincarnation Type Show Similar Features Over Many Years? A Study of Turkish Cases a Generation Apart. Journal of Scientific Exploration 13(2):189-198, 1999.
  6. Jim B. Tucker: Children's reports of past-life memories: a review. Explore (NY). 2008 Jul-Aug;4(4):244-8. PMID 18602617

H) Erlendur Haraldsson, Wissenschaftliche Artikel

  1. 1,0 1,1 Erlendur Haraldsson: Children who speak of past-life experiences: is there a psychological explanation? Psychol Psychother. 2003 Mar;76(Pt 1):55-67. PMID 12689435
  2. Erlendur Haraldsson: Personality and abilities of children claiming previous-life memories. J Nerv Ment Dis. 1995 Jul;183(7):445-51. PMID 7623016

S) Ian Stevenson: Reinkarnation. Der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt. (2003) Aurum ISBN 3-89901-019-1

  1. ganzes Buch

S1) Ian Stevenson: Reinkarnation in Europa. Erfahrungsberichte. (2005) Grafing: Aquamarin ISBN 3-89427-300-3

  1. S.25-82
  2. S.87-252
  3. S.9f
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 S.9
  5. S.4

S2) Ian Stevenson: Reinkarnationsbeweise. Geburtsnarben und Muttermale belegen die wiederholten Erdenleben des Menschen. (2011) Grafing: Aquamarin Verlag ISBn 978-3-89427-569-3

  1. ganzes Buch
  2. S.17

S3) Ian Stevenson, Wissenschaftliche Artikel

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Ian Stevenson: Reinkarnation. In: Jane Henry: Parapsychology: research on exceptional experiences. (2004) Hove: Routledge Chapman & Hall ISBN 978-0415213592 S.224-232
  2. 2,0 2,1 2,2 Ian Stevenson, Erlendur Haraldsson: The Similarity of Features of Reincarnation Type Cases over Many Years: A Third Study (2003) Journal of Scientific Exploration, Vol. 17, No. 2, pp. 283–289
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Ian Stevenson: American children who claim to remember previous lives. J Nerv Ment Dis. 1983 Dec;171(12):742-8. PMID 6644283

W) Helen Stewart Wambach (Übersetzt durch Hans-Jürgen Baron von Koskull): Seelenwanderung. Wiedergeburt durch Hypnose. (1986) München: Goldmann Verlag ISBN 3-442-11746-1

  1. S.92
  2. S.92f
  3. S.93
  4. S.93, S.122
  5. S.93
  6. S.95
  7. S.96
  8. S.93f
  9. S.119ff
  10. S.126
  11. S.132ff
  12. S.124
  13. S.134ff
In anderen Sprachen